Es ist Abend, plötzlich kein Strom. Die naheliegende Frage ist, ob man jetzt jemanden anruft — und dafür möglicherweise einen Zuschlag zahlt. Wir haben hier aufgeschrieben, wie wir die Fälle einteilen, damit Sie selbst entscheiden können.
Bevor Sie weiterlesen: Wenn es nach verbranntem Kunststoff riecht, wenn Sie Rauch sehen oder wenn es geknistert hat, rufen Sie die Feuerwehr unter 112. Danach — wenn es gefahrlos möglich ist — schalten Sie die Hauptsicherung aus. Diese Fälle gehören nicht in diesen Artikel.
Zuerst: prüfen, wo es liegt
Bevor Sie anrufen, klären Sie bitte drei Dinge. Das dauert zwei Minuten und spart im besten Fall die Anfahrt.
Die Hauptsicherung. Im Sicherungskasten nachsehen, ob ein Schalter herausgesprungen ist. Wenn ja: einschalten und beobachten. Wenn er sofort wieder auslöst, weiter beim nächsten Punkt. Nicht mit Gewalt hineindrücken oder den Schalter festhalten — das ist keine Lösung, sondern eine Gefahr.
Der Fehlerstromschutzschalter (FI). Er hat meist einen eigenen Schalter mit einem Test-Knopf. Einmal ausschalten, dann wieder einschalten. Bleibt er drin, war es das oft schon.
Die Nachbarn. Ist beim Nachbarn auch kein Strom, liegt es am Netz — dann ist der Netzbetreiber zuständig, nicht ein Elektrobetrieb. In Hamburg ist das die Stromnetz Hamburg GmbH.
Zusätzlich: Falls nur ein einzelner Bereich betroffen ist, ziehen Sie die Geräte an diesem Stromkreis nacheinander ab. Ein defektes Gerät löst die Sicherung sofort wieder aus, sobald es angeschlossen ist.
Wann es ein Notfall ist
- Die Sicherung löst sofort wieder aus, nachdem Sie sie eingeschaltet haben.
- Es riecht verschmort, oder Sie haben Funken gesehen.
- Ein ganzer Bereich hat keinen Strom, andere Bereiche schon — und es ist kein einzelnes Gerät.
- Wasser ist in einen Verteiler oder in eine Steckdose gelangt.
- Die Anlage macht Geräusche, die vorher nicht da waren.
- Ein FI-Schalter lässt sich nicht mehr einschalten.
In diesen Fällen sollte nichts weiter ausprobiert werden. Die Anlage abschalten, wenn möglich, und anrufen.
Wann es bis zum nächsten Termin warten kann
- Eine einzelne Steckdose funktioniert nicht, der Rest der Wohnung schon.
- Ein Lichtschalter ist defekt, das Licht lässt sich aber noch schalten.
- Eine Lampe flackert gelegentlich, sonst ist alles in Ordnung.
- Sie möchten eine zusätzliche Steckdose oder einen neuen Anschluss.
- Ein Gerät funktioniert nicht, die Steckdose aber schon (dann ist es das Gerät).
Diese Fälle lassen sich zu einem normalen Termin erledigen — ohne Zuschlag und zu einer Zeit, die Ihnen passt.
Was ein Notdienst zusätzlich kostet — und warum
Ein Notdienst ist teurer als ein Termin während der Arbeitszeit. Das ist keine Willkür, sondern hat einen Grund: Die Arbeit findet außerhalb der regulären Zeiten statt, mit einer Anfahrt, die unter Umständen weit ist, und mit dem Risiko, dass sich der Fehler als etwas Größeres herausstellt.
Abgerechnet werden üblicherweise: die Anfahrt, die Arbeitszeit nach Stundensatz und außerhalb der regulären Zeiten ein Zuschlag. Bei uns sagen wir den Betrag am Telefon, bevor wir losfahren. So können Sie entscheiden, ob Sie den Einsatz beauftragen — und die Rechnung enthält keine Position, über die nicht vorher gesprochen wurde.
Wir verzichten bewusst darauf, für den Notdienst eine Pauschale zu veröffentlichen. Der Aufwand vor Ort schwankt stark: Ein FI-Schalter, der nicht einrastet, ist in Minuten gefunden. Ein Fehler in einer Installation, die über fünfzig Jahre gewachsen ist, kann Stunden dauern. Eine zu niedrig angesetzte Pauschale führt am Ende zu genau der Diskussion, die sie verhindern soll.
Was wir am Telefon von Ihnen wissen wollen
Damit wir einschätzen können, was Sie erwartet, helfen diese Angaben:
- Was ist ausgefallen — alles oder ein Bereich?
- Seit wann, und gab es davor etwas Auffälliges?
- Was haben Sie bereits geprüft (Sicherung, FI, Nachbarn)?
- Ist die Wohnung ein Altbau oder ein Neubau?
- Wo ist der Verteilerkasten, und ist er zugänglich?
Danach können wir Ihnen häufig sagen, ob ein Einsatz nötig ist oder ob ein Termin morgen reicht.
Was Sie nach dem Anruf erwartet
Wenn Sie anrufen, läuft es in drei Schritten ab — und der erste kostet nichts.
Wir klären am Telefon, was los ist. Mit den Angaben oben können wir einschätzen, ob es sich um einen Notfall handelt oder um etwas, das bis zum nächsten Termin warten kann. In etwa jedem dritten Fall lässt sich das Problem am Telefon eingrenzen — ein FI-Schalter, der wegen eines defekten Geräts auslöst, ist kein Einsatz.
Wir nennen die Kosten, bevor wir losfahren. Anfahrt, voraussichtliche Arbeitszeit und ein Zuschlag außerhalb der regulären Zeiten. Sie entscheiden dann, ob Sie den Einsatz beauftragen. Das ist der Punkt, an dem viele Betriebe nichts sagen — und an dem die späteren Diskussionen entstehen.
Wir fahren los und melden uns, wenn wir unterwegs sind. Sobald wir da sind, sehen wir uns die Anlage an und sagen Ihnen, was wir vorhaben, bevor wir anfangen.
Was Sie vorbereiten können
Ein paar Minuten Vorbereitung machen den Einsatz kürzer — und damit günstiger, weil die Arbeitszeit nach Zeit abgerechnet wird.
- Der Verteilerkasten sollte zugänglich sein. Wenn Möbel davorstehen, ist das der erste Arbeitsschritt.
- Notieren Sie kurz, was passiert ist. Seit wann, was davor war, ob es einen Auslöser gab — zum Beispiel ein neues Gerät. Das ist oft die entscheidende Information.
- Prüfen Sie, ob ein Tier Zugang zu Leitungen hat. Angebissene Kabel sind ein häufiger Grund für Fehlerströme, und die Stelle findet sich schneller, wenn man danach sucht.
- Räumen Sie den Weg zum Stellplatz frei, wenn der Aufstellort außen liegt.
Wenn es kein Notfall ist
Ein Teil der Anrufe im Notdienst betrifft Fälle, die bis zum nächsten Werktag warten können. Das ist keine Kritik — im Moment des Ausfalls weiß man das nicht. Wir sagen es dann aber am Telefon, statt einen Einsatz mit Zuschlag zu verkaufen. Ihre Rechnung wird kleiner, und wir haben den Termin zu einer Zeit, die uns besser passt.
Für diese Fälle gibt es das Anfrageformular: Es geht keine Information verloren, und Sie können Fotos mitschicken, was am Telefon nicht geht.